Oktober 200716.10.07 heute für euch ein erster Bericht über das Bundestreffen der Tauschringe in Kassel und andere kurze Informationen. Die Artikel stehen unter www.tauschmagazin.de als pdf-Datei zum Download. Bundestreffen der Tauschringe 2007 Vom 12.-14. Oktober fand das „Bundestauschringtreffen“ in Kassel statt, ausgerichtet von der Arbeitsgemeinschaft „ AG Tauschringe im Dialog“. Mit etwa 80 TeilnehmerInnen aus 40-50 Tauschringen war das Treffen überraschend schwach besucht. Vermutungen über die Gründe hierfür waren: zu hohe Tagungskosten, mangelhafte Themenauswahl und von Seiten der Veranstalter fiel auch mehrfach das Wort „Boykott“. Insgesamt hatten die Veranstalter viel Zeit für freie Gespräche und ruhige Pausen eingeplant. Die Verpflegung war mit Aufschnittplatten und Catering für die warmen Mahlzeiten (Suppe, Auflauf, Schnitzel) sowie einem Grillwurststand gut und reichlich. Die Getränkepreise (1,50 Euro für 0,75 l Wasser, 50 Ct. für Becher Tee/Kaffee) erzeugten jedoch etwas Unmut und führten dazu, dass Einige auf Wasserhahn und Supermarkt auswichen. Lucie aus Bielefeld und der Tauschring Memmingen unterstützen das Treffen mit vielen Lebensmitteln, u.a. 30 kg Bio-Käse. Eröffnung am Freitag Nachmittag Die Veranstaltergruppe „TR im Dialog“ hatte gemäß Einladung als Schwerpunkt „Brückenbauer“-Workshops zu folgenden Themen vorgesehen. - Vorstellung der aktuellen und künftigen Angebote der AG TR im Dialog Diese Workshops wurden am Freitag in der Einführung angekündigt und erläutert soweit die Referenten bereits anwesend waren (der Bahnstreik wirkte sich leider auch auf unser Treffen aus). Jeder Workshop sollte zweimal am Samstag stattfinden, was jedoch nicht immer klappte – teils weil kurzfristig ein neuer Zeitplan erstellt wurde, teils mangels Teilnehmer. Weiterhin gab es separate Räume für einen Themenpark. Hier konnten Aussteller/Referenten ihre Themen in Abstimmung mit den anderen 3-5 Anbietern in ihrem Raum interessierten TeilnehmerInnen zu präsentieren und sie konnten ihr jeweiliges Angebot plus Zeitplan auf Stelltafeln bewerben. Der Freitag Abend stand für Gespräche und Informationen im Themenpark zur Verfügung. Samstag Der Samstag Morgen begann nach ausgiebigem Frühstück mit der restlichen Vorstellung der Workshops und dem ausdrücklichen Wunsch der Veranstalter, dass die Themenpark-Anbieter sich bitte aus Zeitgründen nicht dem Publikum vorstellen mögen. Themen-Splitter vom Samstag: - Der ZeitTauschring Ingolstadt-Eichstätt hat eine eigene Marktzeitung für seine derzeit 11 Jugendlichen – vorgestellt von der 15jährigen Sandra. - Der Tauschring Memmingen ist – genau wie bundesweit viele andere Tauschringe – in das Mehrgenerationenhaus vor Ort eingebunden und wurde hierfür ausgezeichnet. - Les Moore aus London stellte in mehreren Ländern Europas erfolgreich sein PC-Spiel an Schulen vor um Kinder und Jugendliche für den Tauschring-Gedanken zu begeistern. Er plant, das Spiel später auch den deutschen Tauschringen zur Verfügung zu stellen. - Tauschring-Programme wie Cyclos, Obelio und TR-Online präsentierten sich als Möglichkeit, dass Komplementärwährungen und/oder Tauschringe ihre Konten, Buchungen und Anzeigen selbst online verwalten, lokal und teilweise auch überregional. - Im Voralberg (Österreich) wurde 2006 ein Zeitsparmodell initiiert – ähnlich wie die in Deutschland seit langem bestehenden Seniorengenossenschaften. - Ein Themenpark-Raum stand für zwei Workshops mit Schwerpunkt Tauschring-Praxis zur Verfügung, dieses nutzten knapp 25 % der TeilnehmerInnen (Belebung von TRs, Abgrenzung zum Regiogeld). - TauschringteilnehmerInnen zeigten kaum Interesse auf die sozialen Vorteile des Zeittauschens zu verzichten und sich (wieder) auf den Wertmaßstab des Euros (oder Regiogeldes) einzulassen, auch nicht zu Gunsten einer Zusammenarbeit mit der Gemeinde oder dem Gewerbe vor Ort. - Unter www.radioflora.de kann bundesweit weiterhin bis Jahresende jeden 3. Mittwoch im Monat 17-18 Uhr online Tauschringradio gehört werden. Samstag Abend gab es ein Varieté: Ein Zauberer und ein Jongleur sorgten für professionelle Unterhaltung und bezogen das Publikum mit ein. Nach kurzer Pause demonstrierte ein gecoachtes Tauschringmitglied seine ungewöhnlichen und originellen Angebote. Insgesamt ein kurzweiliger Abend, der für Einige mit einem Film über den Geist des Geldes ausklang. Sonntag: Plenumdiskussion Steuerrecht für Tauschringe Rolf Schilling (TR Lindau / Wangen und Mitglieder von TR im Dialog) gab ein Impulsreferat zum Thema Steuer und Recht. Er erwähnte als Grundlage für seine Arbeit die jahrelange Erfahrung von Elisabeth Fahlbusch (München) und den Artikel „Wer tausch, der täuscht“ von Prof. Lehmann (1998). Zum Ende wurde eine FAQ-Liste verteilt und angekündigt, dass umfangreiche schriftliche Unterlagen unter http://ag-tr-dialog.carookee.de/ zum Download bereitgestellt werden, u.a. das 1x1 für Gewerbetreibende in Voralberg, von Rolf auf deutsche Verhältnisse umgeschrieben. Im Anschluss an den Vortrag bestand die Möglichkeit für Fragen und Diskussion. Hierbei wurde wieder deutlich, dass unser Gesetz aus Soll- und Kannbestimmungen besteht und vieles nur im Einzelfall beurteilt werden kann. Vor allem für Gewerbebetriebe, die am Tausch teilnehmen, ist es wichtig, dass Tauschringe nach außen (z.B. für das Finanzamt) einen Umrechnungsfaktor zum Euro definieren da sonst im Fall einer Kontrolle das zuständige Finanzamt den Faktor für eine Stunde festlegt. Der Versuch, sich im Plenum auf eine gemeinsame Empfehlung über die Höhe dieses Umrechnungsfaktors zu einigen, misslang. In der Diskussion entstand der Eindruck, dass selbst einigen Diskutanten von TR im Dialog unklar war, dass solch ein Außen-Umrechnungsfaktor keinerlei Bedeutung für die interne Bewertung der Leistung in einem Zeittauschring hat. Ergebnis: Einerseits gab es die Aussage von Rolf Schilling, dass im süddeutschen Raum der Faktor 10 Euro/Std. üblich sei und andererseits gibt es die Erfahrung von Norbert Maack mit dem Finanzamt Ingolstadt, dass dort keine Argumente gegen 2,50 Euro/Std. genannt wurden. Abschlussplenum am Mittag Am Abschlussplenum nahmen nur noch gut 60 Personen teil nachdem mehrere TeilnehmerInnen bereits vorzeitig abreisten (überwiegend Zeitnot bzw. langer Heimweg, vereinzelt wurde Missfallen am Treffen durch die Abreise ausgedrückt). Auf die Frage, wer und was denn überhaupt die AG Tauschringe im Dialog sei und welche Ziele sie hat, stellten sich die Mitglieder der Gruppe, die sich beim BTT2005 in Berlin gegründet hat, kurz vor. Mitglieder sind derzeit - Klaus Reichenbach, Zeitbörse Kassel Aus der AG ausgetreten sind Dagmar Capell (TR Harburg), Andreas Artmann (TR Lowi Münster) und vor kurzem Rolf Schröder (ehem. TR Hannover). Nicht erwähnt wurde, ob Siegfried Look (TR Vogtland) noch in der Arbeitsgruppe ist. Als Gründe für ihr Engagement in der Arbeitsgruppe nannten die Mitglieder: Vertreter der AG machten deutlich, dass sie enttäuscht sind über die mangelnde Kommunikation mit den Tauschringen. Beispielsweise wurden über 300 Briefe verschickt, ohne Reaktion von Seiten der Tauschringe. Es besteht der Verdacht, dass die Briefe innerhalb der Tauschringe nicht an die Mitglieder weitergegeben werden.. Auch die Diskussionsanstöße im Carrokee-Forum (s.u.) wurden fast nicht angenommen, der Dialog verläuft bisher sehr einseitig. Die geringe Teilnehmerzahl beim Bundestreffen wird als Boykott interpretiert. Als Anregung kam aus dem Bundestreffenplenum, die TR-im-Dialgo-Forum-Seite anwenderfreundlicher zu gestalten und konkrete Fragen für einen Dialog zu stellen so dass die Tauschringe sich direkt angesprochen fühlen. Die Teilnehmer wünschen sich vorbereitete Informationen, die in die Tauschringe weitergegeben werde können unter Berücksichtigung der verschiedenen Denkansätze in den Tauschringen. Insgesamt entstand der Eindruck, dass es innerhalb der Gruppe nur teilweise Konsens gibt und die Entscheidungsprozesse nicht immer demokratisch sind. Auch die Frage, ob die AG das Bundestreffen 2007 ausrichten sollte, war intern strittig. Die Arbeiten für dieses BTT haben verständlicherweise in den letzten Monaten kaum Raum für andere Themen gelassen und es bleibt abzuwarten, wie die AG sich künftig entwickeln wird. Vorgetragen wurde als Ergebnis des „Brückenbauer“-Workshops „Arbeitsgruppe TR im Dialog“ der Wunsch, dass sich die AG umbennen soll da es bisher nicht gelungen sei, einen Dialog mit den Tauschringen zu führen. Das zum Dialog-Zweck eingerichtete Forum im Internet wird kaum genutzt. Auf diesen Vorschlag wurde nicht eingegangen. Ein Mitglied der Zeitbörse Kassel wünscht in der AG mitzuarbeiten. Dieses ist nicht möglich da nur bis zu 2 Personen aus einem Tauschring in der AG sein sollen. Zum Treffen selbst und zur AG gab es unter anderem diese Anmerkungen: - Eine Vorstellung der Veranstalter zu Beginn des Treffens wäre günstig gewesen. Ausblick auf 2008 Für 2008 bietet Andreas Artmann (TR Lowi, Münster und Betreiber des Ressourcen-Tauschrings) an, ein Arbeitstreffen auszurichten. Er betonte, dass dieses Treffen einen anderen Charakter haben wird als die Bundestreffen der vergangenen Jahre. Tauschringe und ihre Arbeit sollen im Vordergrund stehen, wobei selbstverständlich auch Raum für Gespräche und Kultur sein wird. Ort, Termin und Modalitäten werden noch erarbeitet, hierzu haben Einige spontan ihre Unterstützung zugesagt. Protokolle des Bundestreffens und Materialien werden eingestellt in http://ag-tr-dialog.carookee.de Ressourcen-Tauschring (RTR) Jedes RTR-Mitglied definiert einen verbindlichen Umrechenkurs zur Stunde mit. Handbuch von PaySys Buchtipp: Zum Inhalt: In LET-Systemen (local exchange trading systems) und Barter-Clubs tauschen Privatpersonen und/oder Unternehmen Leistungen untereinander aus, ohne Geld zu verwenden. Diese bargeldlosen Verrechnungssysteme werden auch als Tauschringe bezeichnet. Es handelt sich um geschlossene Wirtschaftskreisläufe, deren Zentrum eine Verrechnungszentrale ist. Letztere koordiniert den Leistungsaustausch zwischen den Teilnehmern und vermerkt hierbei auf bargeldlosen Konten den Wert der von jedem Teilnehmer erbrachten Leistung. In Deutschland wird von weit über 100 Verrechnungssystemen berichtet. Trotz dieser bemerkenswerten Verbreitung sind noch immer zahlreiche juristische Fragen ungeklärt. Der Autor beschreibt die verschiedenen Systeme und ihre Funktionsweisen. Ferner zeigt er die Vor- und Nachteile einer Mitgliedschaft auf. In einem historischen Teil werden die Vorläufer der jetzigen Systeme und ihre frühere rechtliche Behandlung dargestellt. Der Schwerpunkt des Buches liegt in der Ergründung der rechtlichen Konstruktion und praxisrelevanter juristischer Einzelproblemen. Hierbei werden die rechtlichen Beziehungen zwischen den Teilnehmern untereinander und zu der Zentrale schuldrechtlich eingeordnet. Des weiteren werden Fragen des Steuer-, Sozial-, Währungs-, Bank-, Insolvenz-, Zwangsvollstreckungs-, Wettbewerbs-, Standes-, Gewerbe- und Leistungsstörungsrechts betrachtet. Das Buch richtet sich sowohl an den Juristen, der aus allgemeinem Interesse oder aus beruflichen Gründen mit der Thematik befasst ist, als auch an die Teilnehmer und Initiatoren von bargeldlosen Verrechnungssystemen. Über den Autor: Berliner Beiträge zur Rechtswissenschaft [ISSN 1610-5737], Band 9, Berlin 2002, ca. 348 Seiten, € 39,80; ISBN 3-934479-70-7 (Anm.d.Red.: Die TAUSCHMAGAZIN-Redaktion verleiht dieses Buch auf Anfrage.) Leserbriefe Hallo liebe Leser des Tauschmagazins. Ich möchte doch,so kurz wie es mir möglich ist, zu dem Leserbrief von Christiane und auch dem unbekannten Leser aus der Ausgabe Oktober 2006 des Tauschmagazins Stellung nehmen. auf den Leserbrief des ungenannten Schreibers: Herzliche Grüße ********************************************************************************************+ Einen schönen Herbst wünscht euch Ihr möchtet diesen Newsletter künftig nicht mehr erhalten? Bitte eine kurze Nachricht an tauschring@web.de. |
BATT 2010Einladung und ANMELDUNG zum Bundesarbeitstreffen der Tauschringe 2010 BATT 2009BATT 2008 |