Leserbriefe der Ausgabe Oktober 2006

Leserbriefe im TAUSCHMAGAZIN-Newsletter Oktober 2006
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Zum Artikel Tauschringe und Regiogeld

Wir, das Leitungsteam der Tausch- und Aktivitätenbörse Witten und Umgebung, haben mit großem Interesse den o.a. Artikel gelesen. Die Unterzeichner teilen Dagmar Capells Sorge und bitten sie, weiterhin dagegen anzugehen, dass bestehende Zeit-Tauschbörsen nicht gegen den Willen der Mitglieder teilweise oder gänzlich in Regiogeld-Initiativen umgewandelt werden. Unseres Erachtens sind dies zwei unterschiedliche Dinge, die nicht vermischt werden sollten. Man geht ja auch nicht in einen Briefmarken-Verein, um kegeln zu wollen!
Wir haben im letzten Monat unser 10jähriges Jubiläum mit einem sehr schönen Fest gefeiert und unser Tauschring läuft so gut wie nie. Allerdings kümmert sich das Leitungsteam auch intensiv darum. Eine Umstellung ganz oder teilweise auf Regiogeld ist für uns absolut kein Thema.

Liesel Graf
Andrea Fischer
Monika Ruthe
Elena Urrutia
vom Leitungsteam Tauschbörse Witten

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Habe selber seit 1993 als Mitglied und Mitbegründer des 1. Kölner Tauschringes der Talent Skulptur die Entwicklung mitgemacht. Nach einem gewissen "Zwischenresume" kann ich nach einem Überfliegen des Oktober-Newsletters nur bestätigen: So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich die Tauschringe.
Seit 2 Jahren koordiere ich bereits jetzt hier oben in Schleswig den Tauschring Schlei (www.tauschringschlei.de). In unseren Anfängen hatten wir eine Reihe von Mitmachern und auch ein gutes Tauschgeschehen. Zur Zeit sind wir ca. 40 Mitglieder wovon ca. 10 noch halbwegs aktiv sind. Dies sehe ich allerdings für mich als Projektförderer in verschiedenen anderen NPO-Bereichen nicht als Problem sondern als Herausforderung unseren Tauschring mit der Zeit weiter nach vorne zu bringen.
Durch verzweigtes Denken und Handeln ist es mir bislang immer halbwegs gelungen meine Vorhaben über "neue Wege"zu "Neuen Zielen" zu bringen. So erscheint u.a.aufgrund meiner Iniative ein Bericht über den Schleswiger Tauschring in der Monatsbroschüre der Nord-Ostsee-Sparkasse in Sl-Fl.
Weiterhin mache ich unsere Tauschrausch-Feten jetzt meist in Verbindung mit anderen lokalen Festivitäten aus folgenden Gründen. Erstens möchte ich einen Mehrfachnutzen - neue Mitglieder zu werben und möglicherweise nicht nur als Einziger auf unserem Tauschringfest zu erscheinen- erzielen. Auf jeden Fall sollte man sich nicht entmutigen lassen und seine Ziele ausdauernd im Focus behalten.
Vielleicht sollte man auch mal überlegen, ob man seinen Blick und seine Aktivitäten in Richtung größerer, kompatibler und besser funktionierender und miteinander agierender Regionaler-Tauschring-Vernetzungen innerhalb der Bundesländer richtet, als seine Zeit an die unendliche "Schwerstarbeit" von Bundeseinheitlichen Regelungen verschwendet.
Weiterhin stimme ich Dir zur, dass Regionalgeld zwar auch ihren gewissen Wert haben, aber in meinen Augen nichts mit originärem und sozialkreativen Schaffen zu tun hat.

Bernd Weißenborn,
Tauschring Schlei

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Zum Artikel Tauschringe und Regiogeld

Der Begriff "professionell" wird meines Erachtens in diesem Artikel nicht sachgemäß verwendet. Denn ob Tauschen nur der Zeittausch ist oder auch der von Regiogeld und Währung definiert jeder anders und ist nicht festgeschrieben. Also ist es fraglich, ob sich jemand rechtmäßig zum Richter über professionell geführte Tauschringe erheben kann.

Der Begriff "Heilversprechen" erscheint genauso unsachlich. Die Regioinitiativen sind im Allgemeinen sozial engagiert und von ihren Thesen überzeugt. Mit dieser Art der Darstellung (aburteilend, nicht fragend) werden meiner Meinung nach positive Energien - nutzbar auch für die Tauschbörsen - verprellt. Ob diese oder jene Linie und Mischung stimmig ist, ist eine andere Frage, die weder ihr noch ich bisher definitiv beantworten können, weil die empirischen Erfahrungen fehlen. Deswegen wollen eben einige Erfahrungen machen.

Meine Haupt-Thesen zu diesem Thema sind:

- es gibt bisher keine empirischen Untersuchungen zu all diesen Thesen,
- die TR-Idee ist weder gesetzlich geschützt noch exakt definiert,
- die Menschen haben verschiedene Vorgehensweisen , das ist ok.
- ich sehe nicht zwingend, wieso es schlimm sein soll, wenn ich viele Talente an jemanden gegen Geld gebe, wenn der mehr Talente braucht und ich eher Geld. Und andersherum.
- es ist legitim, wenn sich andere TR in eine andere Versuchslinie begeben und die Übergänge zwischen den Währungen fließender gestalten. (Wir kommen alle nicht ganz ohne Geld aus - Übergänge müssen sein).
- wichtig sind vor allem klare Definitionen und Überprüfungen der Prozesse unter Unterlassung von Polarisierungen.

Gruß
Christiane Brosamer
aus der Tausch- und AktivitätenBörse Witten

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Ich habe das letzte Tauschmagazin gelesen. Der Artikel zum Thema Tauschringe und Regio war sehr gut gelungen - Glückwunsch.

Rolf Manske
Tauschring Neustadt-Wunstorf
Tausch-Welle (Radio)

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Der Verfassen der nachfolgenden Zeilen hat auch auf zweimalige Nachfragen zur Veröffentlichung nicht reagiert, so dass wir weder seinen Namen noch einen Artikel von ihm veröffentlichen können. Um trotzdem „eine andere Meinung“ mit dem Willen zu einer „objektiven und fairen Publikation“ ins TAUSCHMAGAZIN fließen zu lassen, hier einige Ausschnitte seiner Mails:

(...) Jeder, der für sich beansprucht, die Weisheit errungen zu haben (z.B. Ihre Darstellung der Meinung der reinen Zeit-Tauschringler als wahrhafte Tauschszene), denen soll gesagt werden, dass es beim Treffen in Wangen auch, nicht wenige, andere Auffassungen gibt und geben wird - und unterschiedliche Meinungen sind entweder dort zu diskutieren, um sich anzunähern - oder aber zumindest zu tolerieren, d.h. zu achten, denn der sichtbare Erfolg dieser Systeme gibt ihnen ja schon recht in ihrem Bereich! (...) FAZIT: Ich bitte Sie daher, auch andere Meinungen in Ihrem Blatt zu publizieren, damit die Meinungsvielfalt gewährleistet ist, die einer demokratischen Struktur am ehesten entspricht - die Tauschbewegung ist viel zu komplex, als dass Sie sich das Recht dazu herausnehmen können, für diese generell zu sprechen, sozusagen als Monolog - dies wäre wahrlich Anmaßung! (...) Wichtig ist für mich eigentlich nur das friedliche Nebeneinander (Koexistenz) aller möglichen Tauschsysteme - eine Bundesorganisation oder andere zentrale Strukturen sind nicht erforderlich, da sich das System eher basisdemokratisch versteht, und das heißt für mich, es gibt keine Patentlösung, aber verschiedene Möglichkeiten und Ansätze, die sich bereichern können. (...) Für mich scheint sich die Aussage mehrerer Experten in der Tauschszene zu bestätigen, dass das Tauschmagazin keine objektive und faire Publikation beabsichtigt. (...)